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Eckernförde
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Schären bei Västervik
Mit dem Boot durch idyllische Landschaften
Grenaa
Hafenstadt am Kattegat auf der dänischen Halbinsel Djursland

Ostsee-Insel Rügen entdecken und erleben - Attraktionen, Ausflüge und Sehenswürdigkeiten aus Kunst und Kultur

Ostsee-Insel Rügen entdecken und erleben - Kunst und KulturKleine Holzkirche in Ralswiek (Foto: Renate Lorenzen)Wenn Sie die Ostsee-Insel Rügen entdecken und erleben möchten und sich für Kunst und Kultur interessieren, finden Sie hier Tipps für Attraktionen, Ausflüge und Sehenswürdigkeiten. Bäderarchitektur, die Müther-Bauten, der Rasende Roland, Museen, Galerien, Schlösser, Gutshäuser, Kirchen, Opfersteine, Hünengräber, Parks, Gärten, Kirchen, Leuchttürme - Sehenswürdigkeiten gibt es viele.

Architektonisch bietet Rügen eine Vielfalt, wie sie sonst kaum zu finden ist. Absolutes Glanzlicht ist die Bäderarchitektur, die ein Markenzeichen für die Seebäder auf Rügen ist. Die Bäderarchitektur ist zu erkennen an lichtdurchfluteten Erkern, weißen Vorbauten, hölzernen Verzierungen, verschnörkelten Balkonen oder Skulpturen auf den Dächern, und viele der weißen Villen und Hotels stammen aus dem 19. Jahrhundert. Aber auch urige Reetdachkaten wie im Fischerdorf Vitt, Gutshäuser, Schlösser oder die vielen kleinen Dorfkirchen - oft aus Backsteinen errichtet - sind charakteristisch für die Architektur der Ostsee-Insel.

Rügen hat nahezu 40 Museen, die vom Heimatmuseum über maritime Museen bis zur Erlebnis- und Technikwelt reichen. Die Ausstellungen bringen den Besucherinnen und Besuchern die wechselvolle Vergangenheit und die Traditionen Rügens sowie Hintergrundinformationen zum Leben der Inselbewohner*innen näher.

Süd-West-Rügen: St. Johannes in Rambin

Evangelische Dorfkirche St. Johannes in Rambin

Alte Backsteinkirchen gehören zum Erscheinungsbild der Dörfer auf Rügen. So kommt man wahrscheinlich als Besucher*in nicht umhin, sich eine der Kirchen näher anzusehen. Empfehlenswert ist die evangelische St. Johannes in Rambin, sie liegt mitten im Dorf, umgeben vom örtlichen Friedhof. Die ursprünglich um 1300 im gotischen Stil erbaute Backsteinkirche verfügt heute nur noch über wenige Bauteile aus dieser Zeit, denn sie wurde um 1700, zu Beginn des 19. Jahrhunderts und im 20. Jahrhundert umfangreich umgebaut. Im Innenraum sind jedoch zahlreiche mittelalterliche Ausstattungsstücke und solche aus dem 18. Jahrhundert zu sehen. Auf der Kanzel der Kirche soll bereits Ernst Moritz Arndt gesprochen haben.

Um die wertvollen Wandmalereien im Inneren zu retten, die duch das durchfeuchtete Backsteinmauerwerk bedroht waren, wurde eine umfangreiche Mauerwerkssanierung mit finanzieller Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) durchgeführt. 

Die Kirche befindet sich in der Dorfstraße 7 in Rambin. Wer einen Blick in die Kirche St. Johannes werfen möchte, kann sich den Kirchenschlüssel bei Christine Lange in der Schneiderei (Dorfstraße 11 bzw. 11a) abholen. Jeden zweiten Sonntag um 9.15 Uhr findet ein Gottesdienst statt.

Mehr Infos: kirchengemeinden-altefaehr-poseritz-rambin.org

St. Johannes in RambinAußenansicht der evangelischen Kirche St. Johannes in Rambin (Foto: Karl-Heinz Gottschalk (goka)  / pixelio.de)

Granitz: Prora

Koloss von Rügen - das ehemalige KdF-Seebad der Nationalsozialisten

Das KdF-Seebad wird auch als „Koloss von Rügen“ bezeichnet. Die 4,5 Kilometer lange Anlage liegt an der Prorer Wiek und gehört zum Seebad Binz. In den Jahren zwischen 1936 und 1939 wurde die Anlage im Auftrag der „NS-Gemeinschaft Kraft durch Freude“ erbaut und auch zum größten Teil vollendet. 20000 Menschen sollten hier Urlaub machen. Die Anlage steht für das Bemühen des nationalsozialistischen Regimes, die deutschen Arbeiter zu motivieren und für die Kriegs-, Lebensraum- und Rassenpolitik zu gewinnen. Zu Zeiten der DDR war Prora militärisches Sperrgebiet. Die Anlage steht seit 1992 unter Denkmalschutz.

2004 wurden die Blöcke I bis IV an private Investoren verkauft, die dort Hotels, Ferienwohnungen, Jugendherberge, Wellness- und Sportanlagen errichten. 2012 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, 2014 die ersten Wohnungen bezogen. Die touristische Erschliessung ist derzeit noch nicht abgeschlossen. Zu den Einrichtungen und Attraktionen in Prora gehören u.a. das Naturschutzgebiet Schmale Heide mit den Feuersteinfeldern, das Naturerbe Zentrum Rügen mit Baumwipfelpfad, ein Waldseilgarten, die Galileo-Wissenswelt, das Eisenbahn- und Technikmuseum und das Dokumentationszentrum.

Das Dokumentationszentrum Prora befasst sich mit der Geschichte des „KdF-Seebades Rügen“ (KdF = Kraft durch Freude), das als größte bauliche Hinterlassenschaft des „Dritten Reiches“ bezeichnet wird. Zu sehen ist die Dauerausstellung MACHTurlaub, die die staatliche Organisation der Freizeit im Nationalsozialismus zum Inhalt hat. Weiterhin sind wechselnde Ausstellungen zu Themen aus Geschichte, Architektur, Kunst, Natur und Politik des Dritten Reiches zu sehen. Ergänzend zur Ausstellung werden historische Filme an Videostationen gezeigt, an Audiostationen sind Tondokumente von Interviews mit Zeitzeugen zu hören, und ein halbstündiger Begleitfilm zum „KdF-Seebad Prora“ kann im Kinoraum angesehen werden. Ebenso werden Führungen angeboten.

Rügen entdecken und erleben - Attraktionen, Sehenswürdigkeiten und AusflügeProra vor der Sanierung (Foto: Luftaufnahmen Ostsee)

Ruegen16Sanierter Block V mit Jugendherberge (Foto: Kurverwaltung Binz)

Informationen für BesucherInnen:

  • Wo: Dokumentationszentrum Prora, Strandstraße 74 (früher Objektstraße), Block 3/ Querriegel, 18609 Prora
  • Wann: täglich 10.00 - 16.00 Uhr (Januar, November) :: täglich 10.00 - 17.00 Uhr (Februar) :: täglich 10.00 - 18.00 Uhr (März, April, September, Oktober) :: täglich 9.30 Uhr - 19.00 Uhr (Mai, Juni, Juli, August)
  • Wieviel: Erwachsene 6,00 Euro, ermäßigt 3,00 Euro, Kinder unter 13 Jahren freier Eintritt, Familienkarten und Gruppenpreise verfügbar
  • Wer: Kontakt über Fon (038393) 13991 und Email post(at)prora.eu sowie weitere Infos auf der Homepage www.proradok.de

(Stand: August 2018)

Halbinsel Wittow: Audiowalk Kap Arkona

Die Sehenswürdigkeiten am Kap Arkona mit dem Audiowalk erleben

Wer am Kap Arkona unterwegs ist und mehr über die Geschichte des nördlichsten Punktes der Insel Rügen erfahren möchte, bekommt mit dem Audiowalk „Svantevits Spuren“ Gelegenheit, interessante Infos kostenfrei abzurufen, zum Beispiel zu diesen Themen: Wer ritt das „heilige“ Pferd? Wo sind Swantevits Schätze? Wer erstürmte den Tempelberg am Kap Arkona vor 850 Jahren?

Die Künstler „die TONabnehmer“ sind der Geschichte für einen spannenden Erlebnisweg auf den Grund gegangen und erzählen in sieben Audiobeiträgen mit Liedern und kleinen Hörspielszenen von dem westslawischen Volk und seinen Mythen und Bräuchen. U.a. wirkte auch der auf Rügen beliebte und bekannte Störtebeker-Mime Sascha Gluth als Sprecher mit.

Informationen für BesucherInnen:

  • Sie gehen einfach mit dem Mobiltelefon auf die Internetseite www.kap-arkona.de/audiowalk.html, wo Sie mit einem Klick auf die jeweilige Station in die Geschichten reinhören können.

Granitz: Jagdschloss Granitz

Jagdschloss Granitz - mit Rundumblick über die Insel Rügen

Auf dem 106 Meter hohen Tempelberg liegt das Jagdschloss Granitz. Das Jagdschloss verfügt über eine eigene Haltestelle des „Rasenden Roland". Ansonsten bringt ein 2,3 Kilometer langer Spazierweg den Besucher von Lancken-Granitz aus zum Jagdschloss. Die markanten vier Ecktürme und der alles überragende Hauptturm kann man schon von weitem durch die Bäume der Granitz hindurch sehen. Das Schloss wurde auf Betreiben von Fürst Malte I. in den Jahren 1837 – 1851 erbaut. Entworfen wurde es von dem Berliner Architekten J.G. Steinmeyer. Der 38 Meter hohe Hauptturm wurde von Karl Friedrich Schinkel entworfen. Hier befindet sich heute eine Aussichtsplattform, die einen herrlichen Blick über die Granitz frei gibt. Erreicht wird sie über eine selbsttragende Wendeltreppe aus Eisenguss mit 154 Stufen. Die Plattform liegt 144 Meter über dem Meeresspiegel. Bei klarem Wetter eröffnet sich ein Rundumblick über die Insel Rügen und deren Küstenlandschaft, bis über den Greifswalder Bodden zur Insel Usedom. Rund 300 000 Gäste genießen diese Aussicht jedes Jahr.

Die Restaurierung des Schlosses konnte 2001 fertig gestellt werden. Das neu eröffnete Museum enthält eine große Trophäensammlung. Repräsentative Räumlichkeiten sind zu besichtigen. Außerdem werden Räume für Sonderausstellungen und Veranstaltungen zur Verfügung gestellt.

Ruegen25Blick auf das Jagdschloss in Lancken-Granitz (Foto: Luftaufnahmen Ostsee)

Infos für BesucherInnen:

  • Wo: Jagdschloß Granitz 1, 18609 Binz
  • Wann: Öffnung des Schlossmuseums Di - So, 10.00 - 16.00 Uhr (Januar bis März) :: täglich 10.00 - 17.00 Uhr (April) :: täglich 10.00 - 18.00 Uhr (Mai bis September) :: täglich 10.00 - 17.00 (Oktober)
  • Wieviel: Erwachsene 6,00 Euro, ermäßigt 4,00 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre frei
  • Wer: Kontakt unter Fon (038393) 2263, Email jagdschloss-granitz(at)mv-schloesser.de und mehr Infos im Internet unter www.granitz-jagdschloss.de

Und noch ein Tipp:

Vom Ostseebad Binz gibt es regelmäßige Führungen zum Jagdschloss Granitz. Immer donnerstags um 10.00 Uhr geht es vom Binzer Haus des Gastes zum Schloss. Ein Wanderführer begleitet Interessierte den etwa drei Kilometer langen Aufstieg auf den Tempelberg und erzählt unterwegs Wissenswertes über Flora und Fauna sowie den fürstlichen Jagdsitz. Nach dem gemeinsamen Aufstieg können die Wanderer ganz individuell das Schloss erkunden. Auf der Besichtigungstour steht neben den fürstlichen Salons auch der von Friedrich Schinkel entworfene Mittelturm mit der gusseisernen Wendeltreppe. Der Rückweg nach Binz erfolgt individuell. Für diese Wanderung sind insgesamt rund vier Stunden einzuplanen. Die Teilnahme kostet 5,00 Euro, ohne Kurkarte 9,00 Euro. Gewandert wird ab sechs Personen.

Von April bis Oktober finden zudem Mondscheinwanderungen zum Jagdschloss statt. In der Abenddämmerung führt die Wanderung zunächst durch die Buchenwälder der Granitz auf den Tempelberg. Dort empfängt Schlossfräulein Agnes in Reifrock und Schleppe die Besucher zu einer exklusiven Schlossbesichtigung. Beim unterhaltsamen Rundgang durch die Ausstellungen sowie die fürstlichen Salons des Schlosses gibt es von Schlossfräulein Agnes amüsante Plaudereien aus dem fürstlichen Nähkästchen. Abschliessend kann der 38 Meter hohe Mittelturm des Schlosses über die filigrane Wendeltreppe bestiegen werden. Von der Aussichtsplattform bietet sich ein herrlicher Rundblick über die vom Mond beschienene Insel, bei gutem Wetter sogar bis Hiddensee und Stralsund. Für den Rückweg wird die Mitnahme einer Taschenlampe empfohlen. Circa vier Stunden sollten für die Tour eingeplant werden, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die Wanderung kann bis zum Veranstaltungstag bei der Kurverwaltung Ostseebad Binz im Haus des Gastes gebucht werden. Die Teilnahme kostet 8,00 Euro mit Kurkarte und 12,00 Euro ohne Kurkarte.

Info & Buchung: Gemeinde Ostseebad Binz - Kurverwaltung, Heinrich-Heine-Straße 7, Fon (038393) 148148.

Mönchgut: Schulmuseum Middelhagen

Schulmuseum Middelhagen - eine historische Schulstunde erleben

Im historischen Dorfkern von Middelhagen liegt das Schulmuseum. Es ist im alten Küsterhaus untergebracht und vermittelt einen realistischen Eindruck in den ehemaligen Schulunterricht. Der Unterrichtsraum ist eine Einklassenschule und mit Wandrollbildern, Leselerntafel, Rechenmaschine (Abakus) und Tierpräparaten ausgestattet. Unterschiedliche Schulbänke, Schreibgeräte und Schulbücher geben einen weiteren Einblick. Zur Veranschaulichung können historische Schulstunden, in denen mit Griffel und Tafel „gelernt“ wird, besucht werden. Diese finden mittwochs um 10.00 Uhr statt, im Juni, Juli und August am Dienstag und Mittwoch um 10.00 Uhr.

Der Dorfschullehrer in Middelhagen war gleichzeitig Küster und Kantor. Neben der Schulstube ist seine Wohnung zu besichtigen, die aus Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche und Amtsraum bestand. Die Küche war der größte Raum im Haus des Dorfschullehrers. Im Winter war es üblich, dass die Kinder aus den Nachbardörfern hier mit verpflegt wurden.

Infos für BesucherInnen:

  • Wo: Schulmuseum Middelhagen, Dorfstr. 4, 18586 Mönchgut
  • Wann: Di - So, 10.00 - 16.00 Uhr (Mai, September und Oktober) :: Di - So, 10.00 - 17.00 Uhr (Juni, Juli, August) :: November bis April geschlossen
  • Wieviel: Eintritt Museum - Erwachsene 3,00 Euro (2,50 Euro mit Kurkarte), Schüler & Studenten 1,50 Euro, Vorschulkinder frei :: Eintritt mit Schulstunde - Erwachsene 7,00 Euro (mit Kurkarte 6,00 Euro), Schüler & Studenten 3,00 Euro, Vorschulkinder 1,50 Euro
  • Wer: Kontakt unter Fon (038308) 2153, Infos im Internet unter www.middelhagen.de

Jasmund: U-Boot

U-Boot H.M.S OTUS

Das U-Boot H.M.S. OTUS der Oberon-Klasse hat im Hafen Sassnitz einen festen Liegeplatz gefunden. Es wurde 1963 gebaut und fuhr 28 Jahre im ersten U-Boot-Geschwader der Royal Navy. Es beherbergt eine umfangreiche Ausstellung zum Leben und Alltag auf einem U-Boot.

H.M.S. OTUS im Stadthafen SassnitzU-Boot im Stadthafen Sassnitz (Foto: Erlebniswelt U-Boot GmbH)

Infos für BesucherInnen:

  • Wo: Erlebniswelt U-Boot GmbH, Hafenstr. 18, 18546 Sassnitz
  • Wann: ganzjährig geöffnet (detaillierte Öffnungszeiten verfügbar auf der Internetseite zum U-Boot)
  • Wieviel: Erwachsener 8,00 Euro, Kind (4 - 13 Jahre) 4,50 Euro, Jugendlicher (14 - 17 Jahre) 6,00 Euro
  • Wer: Kontakt unter Fon Fon (038392) 677888 oder Email info(at)hms-otus.com, Infos im Internet unter www.hms-otus.com

Rügen: Inselbaukunst

Rügens Architekturgeschichte entdecken

Futuristische Hyparschalen, mondäne Bädervillen oder majestätische Seebrücken: Die Ostsee-Insel Rügen kann mit mehreren architektonischen Höhepunkten aufwarten, deren Entdeckung auf alle Fälle zum perfekten Urlaubserlebnis gehören sollten.

Auf Rügen ist die Geschichte der Architektur eng mit dem Tourismus verknüpft. Wir denken hier an die Bäderarchitektur, die mit den weißen, zum Teil reich verzierten Bädervillen erahnen lässt, wie hier das Bürgertum zum Ende des 19. Jahrhunderts logierte und damit das Bild der Urlaubsidylle an der Ostsee bis heute prägt. In einer Übergangsphase - insbesondere zu Zeiten der DDR - hatten funktionale Betriebsferienanlagen und Camping-Romantik das Ziel, das Gemeinschaftsgefühl der DDR-Bürger*innen zu stärken. Heute schätzen die Gäste modernen Minimalismus und Komfort, und der Einsatz nachhaltiger Materialien gewinnt zunehmend an Bedeutung, wie etwa beim Bau der Pfahlhaussuiten in der Wasserferienwelt im-jaich in Lauterbach.

Das architektonische Erbe von Rügen erstreckt sich von klassizistischen Bauwerken, wie dem Badehaus Goor in Lauterbach oder dem Schinkelturm am Kap Arkona, bis zu den Hyparschalenbauten des Landbaumeisters Ulrich Müther. Der gebürtige Binzer und Landbaumeister Ulrich Müther ist weit über die Grenzen der Insel hinaus für seine Hyparschalenbauten bekannt. In vielen Bauwerken hat er sich unverwechselbar verewigt, wie etwa beim Teepott in Warnemünde. Eine Vielzahl seiner Bauwerke befindet sich auf Rügen, u.a. der berühmte Mütherturm, das Inselparadies in Baabe, das Strandrestaurant Ostseeperle in Glowe oder die Kurmuschel in Sassnitz. (Sehen Sie auch weiter unten den Beitrag zu Ulrich Müther.)

Auf Rügen finden zudem mehrere themenbezogene Veranstaltungen statt, darunter der Monat der Bäderarchitektur im Mai und die Müther-Themenwoche im September im Ostseebad Binz. Durch Ausstellungen, Touren, Workshops und Vorträge wird die Architektur der Insel dann detailliert erlebbar gemacht (siehe hier weitere Infos).

Inselbaukunst  - Bäderarchitektur in Binz auf RügenBäderarchitektur im Ostseebad Binz (Foto: Tourismuszentrale Rügen / Christian Thiele)

2019 hat die Tourismuszentrale Rügen (TZR) mit dem Thema "Inselbaukunst" die facettenreiche Architekturgeschichte der Insel Rügen beleuchtet. Unter diesen Link können Sie sich ausführlich inspirieren lassen: www.ruegen.de/kultur-und-kulinarik/architektur

Granitz: Museum Binz

Museum Ostseebad Binz im Besucherzentrum im Kleinbahnhof

Unter dem Motto „Wie Binz wurde, was es ist“ steht die kleine Ausstellung des Binz-Museums, das im Frühjahr 2017 nach dem Um- und Ausbau des Besucherzentrums im Binzer Kleinbahnhof eröffnete. Neben dem Museum befinden sich im historischen Bahnhofsgebäude auch Touristinformation, Bibliothek, Leseecke und Vortragsraum. Schwerpunktthemen der Ausstellung sind das Badewesen, das Leben der Fischer und Bauern, das Beherbergungswesen und das Leben der Einwohner zur Gründerzeit. Das Binz-Museum ist über das Besucherzentrum zu erreichen.

Gestaltet wurden die Museumsflächen von Mitgliedern des Fördervereins Museum Ostseebad Binz e.V., in dem sich derzeit 32 Personen engagieren. Sie sind alle ehrenamtlich tätig, mit dem Ziel, den Urlaubern die Geschichte des Ostseebades näher zu bringen. Bei steigenden Besucherzahlen ist die Zielsetzung von Förderverein und Kurverwaltung, die Ausstellung zu modernisieren und thematisch weiterzuentwickeln.

Ruegen11Ausstellungsraum des Binz-Museums (Foto: Kurverwaltung Binz / Christian Thiele)

Infos für BesucherInnen:

  • Wo: Museum im Besucherzentrum, Bahnhofstrasse 54, 18609 Ostseebad Binz
  • Wann: Mo – Fr 9.00 – 18.00 Uhr, Sa und So 9.00 – 17.00 Uhr (Februar bis Oktober) :: Mo – Fr 9.00 – 16.00 Uhr, Sa und So 9.00 – 16.00 Uhr (November bis Januar) :: Feiertage 9.00 – 16.00 Uhr (abweichende Zeiten möglich)
  • Wieviel: Der Eintritt ist frei.

Granitz: Ulrich Müther

Ulrich Müther - Landbaumeister von Rügen

Prominenter Binzer Bürger war der Landbaumeister Ulrich Müther, der von 1934 bis 2007 lebte. Er war Ingenieur und Bauunternehmer. Bekannt wurde er als bedeutender DDR-Vertreter der Moderne im Bereich Architektur. Er hat mehr als 50 spektakuläre Schalenbauten in einem besonderen Betonspritzverfahren errichtet, die überwiegend in der DDR, aber auch in der BRD, in Libyen, Jordanien, Polen, Finnland, auf Kuba und in Jordanien zu finden sind. Zu den bekanntesten Bauwerken in Mecklenburg-Vorpommern zählen unter anderem der Teepott in Warnemünde, die Ostseeperle in Glowe, die Kurmuschel von Sassnitz, das Inselparadies in Baabe und der Rettungsturm von Binz. Weitere Bauten sind u.a. die Raumflug-Planetarien in Wolfsburg, Tripolis (Libyen) und Helsinki (Finnland), die Rennschlitten- und Bobbahnen in Altenberg und Oberhof, die Stadthalle Neubrandenburg, das Ruderzentrum in Dresden, das Restaurant „Seerose“ in Potsdam oder die katholischen Kirchen in Rostock und Neubrandenburg.

Der Rettungsturm von Binz ist beliebtes Fotomotiv. Das filigrane Bauwerk wirkt futuristisch und sieht aus wie ein in den Dünen gelandetes Ufo. 1981 wurde es von Ulrich Müthers DDR-Spezialbetonbaufirma errichtet. Der einstige Rettungsturm ist Außenstelle des Binzer Standesamtes. Mit Mitteln der Wüstenrot-Stiftung wurde der Turm 2018 aufwändig saniert. Unweit vom Rettungsturm befindet sich ein kleiner Platz an der Strandpromenade. Seit 2015 trägt er auf Initiative des Fördervereins „Museum Ostseebad Binz“ offiziell den Namen „Ulrich-Müther-Platz“.

Rettungsturm Alke KroppDer einstige Rettungsturm in Binz (Foto: Kurverwaltung Ostseebad Binz / Alke Kropp)

Übrigens: Studenten der Hochschule Wismar haben sich im Wintersemester mit Ulrich Müther und mit Ideen zur Neugestaltung des Müther-Platzes im Ostseebad Binz beschäftigt. Am 31. Januar 2018 haben die sechs Arbeitsgruppen in der Hochschule Wismar ihre detailliert ausgearbeiteten Konzepte, Pläne und Modelle zur Umgestaltung vorgerstellt. Die Studenten aus Deutschland, Mexico, China, Bangladesch und der Slowakei haben dazu ganz unterschiedliche Visionen entwickelt, deren beste zukünftig realisiert werden soll. 

Informationen für BesucherInnen:

  • Wo: Strandpromenade, Strandzugang 6, 18609 Binz
  • Wer: mehr Infos bei der KV Ostseebad Binz im Internet unter Trauorte

Jasmund: Hafenmuseum

Fischerei- und Hafenmuseum in Sassnitz

Im Zentrum des Stadthafens liegt das Fischerei- und Hafenmuseum. Die Ausstellung wird jedes Jahr durch vier zusätzliche Sonderausstellungen erweitert. Die Entwicklung der regionalen Fischerei in Sassnitz in den letzten 150 Jahren, der Fährverbindungen nach Schweden und Litauen sowie der Häfen Sassnitz und Mukran sind die Schwerpunkte des Museums. Dokumentiert werden die Themen anhand von Modellen, Zeitdokumenten und Fotos. Eine besondere Attraktion ist der im Original erhaltene und noch funktionstüchtige Fischkutter „Havel“, der als einziger von einst 50 im Sassnitzer Fischfang eingesetzten Kuttern erhalten blieb. Das 26,5 Meter lange Museumsschiff liegt direkt vor dem Museum.

Einmal im Monat finden im Museum die so genannten Sturmgespräche statt. Sie gehen zurück auf die Zusammenkünfte der Fischer, wenn sie wegen Sturms nicht auslaufen konnten. Stattdessen sponnen sie dann gemeinsam Seemannsgarn. Bei den heutigen Sturmgesprächen, die übrigens auch bei gutem Wetter stattfinden, werden Interessierte unter anderem zu Themen wie Fischerei- und Stadtgeschichte informiert.

Fischerei- und Hafenmuseum SassnitzAm Ende des Häuserblocks liegt das Hafenmuseum Sassnitz. (Foto: Renate Lorenzen )

Infos für BesucherInnen:

  • Wo: Fischerei- und Hafenmuseum, Im Stadthafen, 18546 Sassnitz
  • Wann: Täglich 10.00 - 18.00 Uhr (April bis Oktober) :: täglich 11.00 - 17.00 Uhr (November bis Dezember)
  • Wieviel: Erwachsene 5,00 Euro, Kinder 3,00 Euro, Studierende 4,00 Euro, Rentner 4,50 Euro
  • Wer: Kontakt unter Fon (038392) 57846 oder Email info(at)hafenmuseum.de sowie mehr Informationen auf der Homepage www.hafenmuseum.de

Jasmund: Kreidemuseum

Kreidelehrpfad und Kreidemuseum in Gummanz

Auf dem Kreidelehrpfad erfahren Besucher*innen viel Wissenswertes über den Abbau der Kreide und über die dazu verwendeten Geräte zur Kreidegewinnung, wie Loren, Schlämmbecken oder Becherwerk. Tafeln zeigen die wichtigsten Produktionsschritte. Bis in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde an dieser Stelle noch Kreide abgebaut. Reste von Schmiede, Kreidemühle und Sägewerk sind noch erhalten. In etwa 40 Meter erhebt sich der „Kleine Königsstuhl“ mit einer Aussichtsplattform am höchsten Punkt. Von hier aus bietet sich ein wunderschöner Blick über weite Teile Rügens. Bei guter Sicht sind die Kirchen Stralsunds am Horizont zu sehen. Der Kreidelehrpfad mit ca. 30 Minuten Laufzeit ist ständig geöffnet.

Das Kreidemuseum befindet sich in der restaurierten Werkhalle des ehemaligen Kreidewerks Gummanz. Das Museum hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst alles zum Thema Kreide zu erzählen – von der Geologie der Insel Rügen über die Fossilien der Kreide oder die Entstehung des Feuersteins bis hin zum Kreideabbau.

Kreidemuseum in Gummanz / SagardDas einzige Kreidemuseum in Europa steht in Gummanz. (Foto: Kreidemuseum Gummanz)

Infos für BesucherInnen:

  • Wo: Kreidemuseum Gummanz, Gummanz 3a, 18551 Sagard
  • Wann: Täglich 10.00 - 17.00 Uhr (1. April bis 31. Oktober) :: Di - So 10.00 - 16.00 Uhr (1. November bis 31. März)
  • Wieviel: Erwachsene 4,80 Euro, Kinder (7 - 16 Jahre) 2,50 Euro, ermäßigt 3,00 Euro
  • Wer: Kontakt unter Fon (038302) 56229 oder Email info(at)kreidemuseum.de, Infos im Internet unter www.kreidemuseum.de

Kleiner Exkurs: Das weiße Gold Rügens

Die Halbinsel Jasmund ist eine einzige große Kreideplatte, die durch Naturkräfte an die Oberfläche gedrückt wurde. Diese Kreideplatte befindet sich in gewissermaßen in Schräglage. Das heißt: Ganz beständig und sanft steigt das Land an, bis es am Meer an den Kreidefelsen seine endgültige Höhe erreicht hat. Dieser Tatsache verdankt es Jasmund, dass hier schon vor Jahrhunderten unzählige Kreidebrüche entstanden sind und einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Rügener Halbinsel bildeten.

Im Waldgebiet bei Binz, in der Granitz, wurde im Jahre 1720 erstmalig Kreide abgebaut. Bald gab es um die 40 Kreidebrüche auf Rügen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte Friedrich von Hagenow eine Technik des Kreideabbaus, wie sie noch bis in die sechziger Jahre eingesetzt wurde. Wer mehr darüber erfahren möchte, sollte einen Besuch im Kreidemuseum Gummanz nicht auslassen (siehe oben).

Die Kreide, die heute noch durch die Kreidewerk Rügen GmbH in Klementelvitz abgebaut wird, wird in der Gummi-, Chemie-, Keramik- und Farbenindustrie eingesetzt. Wieder entdeckt wurde die Kreide für den physiotherapeutischen Bereich und auch für die Kosmetik, wo sie heute eine wichtige Rolle spielt.

Sie wird sowohl für die Wärme- als auch für die Kälteanwendung benutzt. Beide Anwendungen bewirken eine Anregung des Stoffwechsels und die Verbesserung der Atemfunktion. Eine Sensibilisierung der Haut wird erreicht. Insgesamt stabilisiert die Kreidetherapie das Immunsystem und regt die Durchblutung an. In der Wärmeanwendung wird Kreide bei Muskel- und Gelenkerkrankungen eingesetzt, in der Kälteanwendung bei Rheuma entzündlichen Ursprungs oder bei Entzündungen von Muskeln und Gelenken sowie nach Sportverletzungen. In der Kosmetik dient Kreide zur Reinigung der Haut oder im Kreidebad zur Entspannung.

Jasmund: Opferstein

Der Opferstein von Quoltitz

In der Nähe des Wasserwerkes in Neddesitz – nördlich des kleinen Ortes – befindet sich der Opferstein Quoltitz. Seinen Namen erhielt er nach einer Ortschaft, die es hier früher gegeben hat. Der Weg zum Opferstein ist beschildert.

1797 wurde der Kultstein erstmalig beschrieben, und auch der Maler Caspar David Friedrich hat ihn in einer Zeichnung festgehalten.

Der Rauminhalt des Steines beträgt 27 Kubikmeter, 73 Tonnen ist er schwer. Die Oberfläche der Opfersteins weist eine tiefe Rille sowie runde Vertiefungen von etwa 60 Zentimetern Durchmesser auf. Archäologen deuten daraus, dass Versuche unternommen wurden, aus dem Stein Mahlsteine zu gewinnen. Auf der Oberfläche sieht man weiterhin viele flache Näpfchen mit einem Durchmesser von fünf bis sechs Zentimetern. Diese sollen zur Aufnahme von Speiseopfern gedient haben.

Opferstein von Quoltitz auf RügenDer Opferstein in der Nähe von Quoltitz (Foto: TZR)

Buchtipps für Rügen: