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Rügen entdecken und erleben - Attraktionen, Ausflüge und Sehenswürdigkeiten aus Natur und Umwelt

Ostsee-Insel Rügen entdecken und erleben - Natur und UmweltTypische Boddenlandschaft bei Ralswiek (Foto: Renate Lorenzen)Wenn Sie die Ostsee-Insel Rügen entdecken und erleben möchten und Lust auf Natur und Umwelt haben, finden Sie hier Tipps für Attraktionen, Ausflüge und Sehenswürdigkeiten. Zwei Nationalparks und ein Biosphärenreservat warten darauf entdeckt zu werden.

Buchenwald und weiße Kreideküste charakterisieren den Nationalpark Jasmund. Der höchste Punkt der Kreideküste ist der Königsstuhl, der 118 Meter über Strand und Meer aufragt. Ganz in der Nähe steht das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl, in dem Besucher*innen sich über den Nationalpark und seine Besonderheiten informieren können. Die alten Buchenwälder im Herzen des Nationalparks sind übrigens UNESCO Weltnaturerbe.

Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft zieht sich an der Ostseeküste vom Saaler Bodden bis zur Insel Rügen entlang. Wind und Wasser sind die Formgeber der Inselwelt zwischen Rügen und Hiddensee mit ihren einzigartigen Lagunen - auch Bodden genannt. In den wechselnden Landschaften aus Windwatt, Dünen, Mooren oder Wäldern fühlen sich Tiere wie der Rothirsch und der blaue Moorfrosch besonders wohl. Im Frühjahr und Herbst, wenn der Vogelzug seinen Höhepunkt erlebt, sind hier besonders gut die Kraniche zu beobachten. Dann werden Radtouren, Wanderungen, Führungen und Foto-Workshops angeboten.

Die Halbinsel Mönchgut mit dem Biosphärenreservat liegt im Südosten Rügens. Alleen, Sandstrände, Bodden und blühende Trockenrasen prägen diese Landschaft. Inmitten der Kulturlandschaft liegt die alte Residenzstadt Putbus, deren Entstehung auf Fürst Wilhelm Malte I. zurückzuführen ist. Dazu kommen Hünengräber, Burgwälle, mittelalterliche Kirchen und natürlich das Jagdschloss Granitz, wo sich das Granitzhaus mit dem Besucherinformationszentrum des Biosphärenreservates befindet.

Wittow: Schaabe

Die Schaabe - sieben Kilometer Naturstrand

Die Schaabe verbindet Rügen mit Wittow und liegt zwischen Glowe und Juliusruh. Sie ist 11 Kilometer lang und durch Sandanschwemmungen entstanden. Einer der längsten Naturstrände der Insel Rügen befindet sich hier entlang der Schaabe – 7 Kilometer ist er lang. Bei auflandigem Wind werden Seegras, Tang und Algen an den Strand gespült. Aber auch Bernstein erreicht mit der Welle den Strand. In den frühen Morgenstunden wird der Strand in der Saison allerdings mit einer Reinigungsmaschine der Gemeinde gereinigt. Wenn Sie Bernstein finden wollen, müssen Sie also früh aufstehen.

Exkurs: Bernstein – das Gold des Nordens

Bernstein entwickelte sich aus dem ausfließenden Harz der ausgestorbenen Bernsteinkiefer, das sich im Waldboden ansammelte und sich dort ablagerte. Durch den Anstieg des Wasserspiegels der Meere wurde der Bernstein dann aus den Erdschichten ausgewaschen. Bernstein ist mindestens eine Million Jahre alt. Aufgrund der Einschlüsse, überwiegend Insekten und Pollenkörner, die im Bernstein erkennbar sind, kann geschlossen werden, dass die Bernsteinkiefer im Mischwald wuchs. Es gibt Gebiete mit Großvorkommen, in denen der Bernstein mit Bagger, z.B. im Samland oder aus der Ostsee per Netz gewonnen wird. Bernstein wird jedoch auch mit der auflandigen Welle an Land gespült, wo der Bernsteinsucher ihn mit geübtem Auge finden kann.

Zu finden ist er im Bernsteindreck, der aus Seetang, Muschelschalen und Holzresten besteht. Bernstein ist so leicht, dass er auf Salzwasser schwimmt, ist weicher als Stein – mit einem spitzen Gegenstand kann die Oberfläche eingeritzt werden und ist brennbar. In einer Flamme fängt der Bernstein an zu qualmen.

Bernstein wird überwiegend zu Schmucksachen verarbeitet. Das war auch schon in der Altsteinzeit so, als Bernstein ein beliebtes Handelsobjekt war. Bernstein hatte einen ähnlichen Wert wie Edelsteine und wurde bis nach Ägypten gehandelt. Den großen Handelswert machten sich die pommerschen Herzöge im 13. Jahrhundert zu Nutze und führten die Bernsteinregel ein, die besagte, dass nur sie das Eigentumsrecht am Bernstein besaßen und jedem Untertan das Sammeln verbot. Königsberg und Danzig, wo sich auch eine der Hauptfundstätten des Bernsteins befand, bildeten sich zu Zentren der Bernsteinbearbeitung aus.

Bernstein gibt es in unterschiedlichen Farben, die durchsichtig oder undurchsichtig sein können. Die Farbpalette reicht von weiß und gelb, über cognac und dunkelbraun bis grün, aber auch schwarzen Bernstein gibt es. Ganz selten ist eine Blau- oder Rotfärbung anzutreffen.

BernsteinBernstein (Foto: www.pixelio.de)

Halbinsel Jasmund: Nationalpark-Zentrum

Nationalpark-Zentrum Königsstuhl

Mitten im Nationalpark direkt am Königsstuhl liegt das Nationalpark-Zentrum. Die große Ausstellung bietet Einblicke in die Urgeschichte der Insel Rügen anhand von Exponaten zum Anfassen und Ausprobieren. 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche innen und 28000 Quadratmeter Außengelände stehen dafür zur Verfügung.

Nationalparkzentrum Königsstuhl auf RügenAm Nationalpark-Zentrum Königsstuhl (Foto: NZK - veröffentlicht im Ostsee-Portal)

Die Besucher*innen können einen Spaziergang durch die Ostsee machen, die Mäuse unter der Erde spüren, sich im Spiegelwald verzaubern lassen oder den Nationalpark aus der Adlerperspektive im Multivisionskino erleben. In der Erlebnisausstellung stehen drei audio-geführte Zeitreisen, die jede eine eigene Geschichte erzählt, zur Auswahl. Der Kletterwald ist ein spannender Parcours für Abenteurer*innen. Die höchsten Stämme sind vier Meter hoch, und von hier aus ist ein Blick über die Ostsee möglich. Ranger geben Informationen zu Wanderwegen, Tieren und Pflanzen.

Das Nationalpark-Bistro bietet regionale und ökologische Küche an. Im Shop erhält der Besucher regionale Produkte, die größtenteils aus Naturmaterialien hergestellt sind. Für Gruppen gibt es viele Spezialangebote – Vorträge, Wanderungen, Experimentieren im Labor, Kindergeburtstage und vieles mehr.

Kletterpark am Nationalpark-Zentrum Königsstuhl Station im Kletterwald-Parcours (Foto: NZK)

Umweltfreundlich können Sie den Königsstuhl mit öffentlichen Verkehrsmitteln der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) erreichen. Die VVR bietet ebenfalls einen Pendelverkehr zwischen dem Parkplatz Hagen und dem Nationalpark-Zentrum an. Fahrpläne finden Sie hier: www.vvr-bus.de

Infos für Besucher*innen:

  • Wo: Adressen für Navigationsgeräte - Parkplatz am Nationalpark, Stubbenkammerstrasse, 18546 Sassnitz / Großparkplatz Hagen, Stubbenkammerstr. 57, 18551 Lohme OT Hagen
  • Wann: Das Nationalpark-Zentrum ist täglich geöffnet. Detaillierte Informationen nehmen Sie bitte auf der Internetseite zum Zentrum
  • Wieviel: Erwachsene 9,50 Euro, Kinder (6 - 14 Jahre) 4,50 Euro
  • Wer: Kontakt über Fon (038392) 66170 oder Email info(at)koenigsstuhl.com sowie mehr Infos auf der Homepage www.koenigsstuhl.com

Tipp Erlebnispfade: Am Nationalpark-Zentrum Königsstuhl stehen Besucherinnen und Besuchern mit den Erlebnispfaden „Wald“ und „Kreide“ ab Herbst 2020 zwei neue Informationsangebote zur Verfügung. Diese machen die UNESCO-Weltnaturerbe-Buchen sowie die Kreideküste im Nationalpark Jasmund spielerisch erlebbar und rücken deren Schutzwürdigkeit in den Mittelpunkt. Auf dem Erlebnispfad Wald, der zwischen Hagen südlich von Lohme und dem Nationalpark-Zentrum verläuft, können sich Interessierte an fünf Stationen beispielsweise über das Alte Torfmoor, den Buchenhallenwald und den Herthasee informieren. Der Erlebnispfad Kreide führt von Sassnitz aus zum Königsstuhl und vermittelt an insgesamt acht Stationen Wissenswertes zum Lebensraum Kreideküste sowie zum Schutzstatus von Meer und Wald.

Südost-Rügen: Biosphärenreservat

Exkursionen mit dem Ranger im Biosphärenreservat Südost-Rügen

Der Südosten der Ostsee-Insel Rügen gehört zum UNESCO-Netzwerk der Biosphärenreservate, zu denen weltweit 669 Modellregionen in 120 Ländern gehören (Stand: Juni 2017). In den Biosphärenreservaten steht der schonende Umgang des Menschen mit der Natur und der nachhaltigen Nutzung des Landes unter der Bewahrung der historischen Kulturlandschaften im Mittelpunkt. In der Natur finden wir Nehrungen, Halbinseln, Küstenvorsprünge - mal durch schmale Landbrücken miteinander verbunden, mal durch Bodden und Wieken voneinander getrennt – sowie Geschiebemergelkliffs, Kliffranddünen, Flach- und Steilküsten, Block- und Sandstrände, Salzwiesen und Niedermoore. Die Kulturlandschaft ist geprägt von Großsteingräbern aus der Jungsteinzeit, Hügelgräbern aus der Bronzezeit, slawischen Burgwällen oder alten Alleen, zum Teil mit kurvigen kopfsteingepflasterten Strassen. Bewaldete Hügelkuppen, die Wälder der Granitz oder das südliche Boddenufer gehören ebenso dazu wie idyllische Dörfer mit reetgedeckten Häusern, mittelalterlichen Kirchen und Obstgärten, die Residenzstadt Putbus oder die Insel Vilm.

Der Buchenwald der beschränkt zugänglichen Insel Vilm im Rügischen Bodden ist seit 400 Jahren nicht mehr bearbeitet worden, 30 Besucher dürfen im Rahmen von Führungen die Insel betreten. Von Lauterbach aus geht es mit dem Ausflugsschiff auf die Insel, auf der einst hochrangige Politiker der ehemaligen DDR den Urlaub verbracht haben. Informationen und Anmeldemöglichkeiten sind auf der Internetseite www.vilmexkursion.de zu finden.

Zu den beliebten Ausflügen in dieser Region gehören auch Wanderungen mit einem Ranger in die Zicker Berge auf der Halbinsel Mönchgut. Startpunkt für die 3- bis 4-stündige Wanderung ist die gotische Backsteinkirche von Groß Zicker. Sie wurde um 1360 erbaut und ist damit das älteste Gebäude auf dem Mönchgut. Die Halbinsel gehörte in der Zeit den Zisterzienser-Brüdern des Klosters Eldena bei Greifswald. Zunächst geht es durch das unter Denkmalschutz stehende Bauern- und Fischerdorf mit seinen niedrigen Häuser mit bunten Türen, Reetdächern und prächtigen Bauerngärten. Und schon geht es hinaus in die Natur, bis hinauf zum Gipfelkamm der sogenannten „Zickerschen Alpen“, von wo aus sich ein einzigartiger Panoramablick über Ostsee, Boddenlandschaft und die Wiesen der Hügelkette, die von Frühjahr bis Herbst mit Blumenteppichen überzogen wird. Seltene Gewächse wie Berg-Haarstrang, zwiebeltragender Zahnwurz. Klappertopf, Silbergras, Schwalbenwurz, Ochsenzunge oder Vogel-Nestwurz sind hier zu finden.

722098 web R K by Bernd Kasper pixelio.deBlühende Wiesen auf dem Mönchgut (Foto: Bernd Kasper / pixelio.de)

Von Mai bis Oktober finden immer mittwochs die kostenfreien Wanderungen des Biosphärenreservats Südost-Rügen statt. Infos zur Rangerwanderung in die Zicker Berge gibt es hier: www.biosphaerenreservat-suedostruegen.de

Mönchgut: Findling Buskam

Findling Buskam im Ostseebad Göhren

Südöstlich des Hauptstrandes von Göhren im Gebiet des Biosphärenreservates Südost-Rügen - vor der Küste ca. 200 - 300 Meter vom Ufer entfernt - liegt der "Buskam", der größte Findling Norddeutschlands. Der Stein aus Hammergranit hat ein Gewicht von 550 Tonnen und ein Volumen von etwa 300 Kubikmetern. Auf seiner pultartigen Oberfläche, die ca. eineinhalb Meter aus dem Wasser ragt, haben 25 Personen Platz. Um den gewaltigen Stein ranken sich viele Legenden. Man nennt ihn zum Beispiel auch den "Adebarstein" (Storchenstein) - von dort sollen die Störche die Rügener Babys holen. 2019 wurde der Buskam von der Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien in Clausthal-Zellerfeld mit dem Prädikat "Nationaler Geotop" ausgezeichnet.

Den Findling kann man tauchend entdecken. Schönis Tauchschule aus Sellin hat sich auf Tauchgänge am „Buhskam“ spezialisiert.

Findling Buskam vor GöhrenDer Findling Buskam bei Göhren ist „Nationaler Geotop“. (Foto: Kurverwaltung Göhren / Alexander Stein)

Halbinsel Jasmund: Feuersteinfelder

Feuersteinfelder - Fundort für Hühnergötter

Feuersteinvorkommen gibt es an der Küste der Halbinsel Jasmund, wo sich die Kreidefelsen befinden, oder auch in den Feuersteinfeldern bei Mukran. Die Feuersteinfelder bei Mukran sind außergewöhnlich – sie bestehen aus 14 Wällen und sind teilweise bis zu vier Meter dick. Wir finden sie im Nordteil der Schmalen Heide, und sie haben eine Fläche von ca. 40 Hektar. Entstanden sind sie in der Kreideschicht und wurden durch die See aus den Steilküsten ausgebrochen. Vor etwa 4000 Jahren wurden die Steine dann durch eine Reihe von starken Sturmfluten an die heutige Stelle gespült.

Die Feuersteinfelder bei Mukran werden von einem Kiefernwald umrahmt. Da das Gebiet seit 1935 unter Naturschutz steht, können sich Pflanzen in jeglicher Form ungestört entwickeln, und die Gerölllandschaft ist durchsetzt von Bäumen, Sträuchern und Heidekraut. Durch Einzäunung und Wildbesatz wird versucht, die Feuersteinwälle vor einer starken Vegetationsentwicklung zu schützen.

Eine besondere Form der Feuersteine sind die Hühnergötter. Sie sind gekennzeichnet durch ein durchgehendes Loch. Sie gelten als Glückssteine und sollen Unheil vertreiben oder auch die Legefreudigkeit von Hennen steigern. Daher erhielten sie auch ihren Namen, da die Steine den Hühnern in den Stall gelegt wurden.

Feuersteinfelder bei MukranFeuersteingelder bei Mukran (Foto: www.auf-nach-mv.de)

Lesetipp: Hühnergötter und ihre Mythen

Glücksbringer, Briefbeschwerer, Schmuck oder gar Kerzenständer – Hühnergötter sind ein beliebtes Sammelobjekt. Welche Mythen und Geschichte(n) sich hinter dem Stein mit Loch verbergen, erzählen Autor Gerhard Priewe und Fotograf Jürgen Bummert in ihrem Buch „Hühnergötter – Glückssteine vom Strand".

Hühnergötter sind zumeist Feuersteine mit einem Loch, das durch herausgewaschene Kreideeinlagerungen entstanden ist. Alljährlich suchen Urlauber und Einheimische am Ostseestrand mit Argusaugen nach ihnen, denn sie gelten als verlässliche Talismane. Sowohl im slawischen als auch im germanischen Götterglauben spielten die Lochsteine als dämonische Werkzeuge gegen böse Geister eine große Rolle, denn man sagte ihnen nach, das Hausgeflügel vor eben diesen Geistern zu schützen und es zu höherer Legeleistung anzuregen.

Seit Jahrhunderten glauben die Menschen daran, dass Hühnergötter Glück bringen: dem, der sie findet, aber auch dem, der sie aus Liebe oder Freundschaft geschenkt bekommt. Autor Gerhard Priewe geht dem Ursprung des Hühnergottes nach und versucht zurückzuverfolgen, wann das Wort „Hühnergott" Einzug ins Deutsche genommen hat. Fest steht, dass der Hühnergott ab 1966 in der ehemaligen DDR eine breite Popularität erlangte, als eine gleichnamige Liebesgeschichte des russischen Dichters Jewgeni Jewtuschenko in der Übersetzung Thomas Reschkes sich großer Beliebtheit erfreute. Im Westen Deutschlands weitgehend unbekannt, erschien das Wort „Hühnergott" erstmals im Jahre 2000 im gesamtdeutschen Duden.

Gerhard Priewe und Jürgen Bummert ist ein unterhaltendes, mit Anekdoten gespicktes und informatives Buch über den sagenumwobenen Stein gelungen.

Gerhard Priewe (Text) / Jürgen Bummert (Fotos)
Hühnergötter – Glückssteine vom Strand
Hinstorff Verlag, 4. Auflage 2013
80 Seiten, 38 Farbfotos
ISBN 9783356015720
14,99 Euro broschiert / 7,99 Euro eBook - bei bücher.de bestellen (+)

Region Bergen: Hügelgräber

Hügelgräberfeld von Woorke

Zwei Kilometer nordwestlich des Dorfes Patzig liegt das Hügelgräberfeld von Woorke. Woorke kommt aus dem Slawischen und heißt Hügelchen. 14 Grabhügel bis zu 8 Meter hoch und mit einem Durchmesser von bis zu 30 Metern liegen hier dicht beieinander. Sie bilden die so genannten Woorker Berge. Anfang des 19. Jahrhunderts fanden hier Ausgrabungen statt. Nur eine Keramikschale, die der slawischen Zeit (800 – 1200 n. Chr.) entstammt, blieb bis heute erhalten.

Woorker BergeWoorker Berge Woorker Berge bei Patzig (www.pixelio.de)

Südost-Rügen: Goorwald

Wanderung durch den Goorwald bei Lauterbach

Der Pfad der Muße und Erkenntnis im Naturschutzgebiet Goor auf Rügen ist vier Kilometer lang und führt durch den Wald, der direkt am Bodden liegt. Hier gibt es sehr alte Rotbuchen und Eichen zu bestaunen. Durch den Schutzstatus des im Biosphärenreservat Südost-Rügen befindlichen Goorwaldes kann sich ein urwaldähnliches Erscheinungsbild einstellen. Es geht vorbei an unterschiedlichen Waldtypen, an imposanten Bäumen, Hügelgräbern und einstigen Siedlungsflächen, die aufgeforstet wurden.

Der Pfad der Muße und Erkenntnis mit seinen 19 Stationen ist ein Projekt der Michael-Succow-Stiftung. In einer mit Aquarellen illustrierten Begleitbroschüre erfahren Wanderer:innen Spannendes zum Wald. Stimmungsvolle Texte und Gedichte laden dazu ein, sich dem Wald mit Muße zu nähern und auch über Nachhaltigkeit nachzudenken. Die Begleitbroschüre ist unter anderem im Hotel Badehaus Goor erhältlich, das sich am Rande des Waldes befindet.

Mit der Landschaftsökologin Steffi Deickert sind geführte Wanderungen möglich. Anmeldungen bitte unter der Rufnummer (0162) 1075374. Die Wanderroute ist auch bei outdoor-active.de veröffentlicht (siehe unten).

Badehaus Goor am GoorwaldBlick über den Bodden auf das Badehaus Goor am Goorwald (Foto: Renate Lorenzen)

Süd-Rügen: Schlosspark Putbus

Der Schlosspark in Putbus

Putbus mit seinem Schlosspark im Süden Rügens steht bei vielen Inselgästen auf der Ausflugsliste ganz oben. Der 75 Hektar große Park verfügt über ein weit verzweigtes Wegenetz, das zu ausgedehnten Spaziergängen einlädt. Zu dem englischen Landschaftspark, der ursprünglich im Jahre 1725 als Barockgarten angelegt wurde, gehören der Marstall, die Schlosskirche, die Orangerie, ein Mausoleum, ein ehemaliges Affenhaus, ein Redantenhaus, eine Vogelhausruine, ein Gartenhaus und ein Denkmal von Fürst Malte zu Putbus. Daneben prägen Sumpfzypressen, amerikanische Tulpenbäume oder Ginkgobäume das Areal. An den Park schließt sich in unmittelbarer Nähe ein 8 Hektar großes Wildgehege mit Rot- und Damwild an. Die Anlage besteht aus mehreren Hügeln, die mit Laubbäumen besetzt sind. Von hier ist eine Aussicht durch natürliche Sichtschneisen auf den Greifswalder Bodden möglich. Viel Wissenswertes wird auf Parkführungen vermittelt.

Bis 1962 gehörte das Schloss Putbus, dass nach Entwürfen des Berliner Architekten Johann Gottfried Steinmeyer angelegt wurde, zu den Besonderheiten des Ortes. Das Gebäude wurde jedoch im Auftrag der DDR-Regierung abgerissen.

Schlosspark in PutbusParkimpressionen (Foto: www.pixelio.de / Susanne K.)

Südost-Rügen: Naturführungen

Naturführungen mit René Geyer im Biosphärenreservat Südost-Rügen

Im Südosten der Insel Rügen liegt das Biosphärenreservat Südost-Rügen. Es umfasst die Regionen Granitz und Mönchgut, die Boddengewässer zwischen Putbus und Thiessow, die Insel Vilm sowie die Ostseeküste zwischen Binz und Thiessow. Seit 1990 schützt das Reservat ein Gebiet, in dem alle Landschafts- und Küstenformen des Küstenraums Mecklenburg-Vorpommerns auf kleinstem Raum und seltene Zeugnisse menschlicher Kultur zu finden sind: Salzwiesen, sanfte Hügel und Hünengräber sind hier zu entdecken.

BesucherInnen können von April bis September bei Führungen mit René Geyer die Besonderheiten der Natur- und Kulturlandschaft des Reservats kennenlernen. Der Naturführer bietet in einem der stilleren Winkel Rügens unterschiedliche Führungen. So können Gäste bei Wild- und Heilkräuterführungen in den Zickerschen Bergen mehr über die Verwendung von Pflanzen in Küche und Naturheilkunde oder bei einer Hünen- und Hügelgräberführung Wissenswertes über die Bronze- und Jungsteinzeit erfahren.

Ruegen2René Geyer führt durch das Biosphärenreservat Südost-Rügen. (Foto: René Geyer)

Informationen für BesucherInnen:

Die Führungen dauern etwa zweieinhalb Stunden und werden mehrmals wöchentlich angeboten, eine Voranmeldung ist nicht nötig. Termine und Treffpunkte zu den Naturführungen finden Interessierte auf der Internetseite von René Geyer unter www.naturgeyer.de.

Halbinsel Jasmund: Allenstrassen

Rügens Grüne Tunnel - die Alleenstrassen

Zu den Natursehenswürdigkeiten auf der Insel Rügen gehören die unzähligen Alleenstraßen. Sie entfalten ihre volle Pracht vom Frühjahr bis in den Herbst hinein. Gerade im Herbst erscheinen die „Grünen Tunnel", wie die Alleenstraßen auch genannt werden, in einer Farbenpracht aus goldenen, bräunlichen und rötlichen Tönen. In der tief stehenden Sonne werfen die Baumstämme lange Schatten.

Der früheste Nachweis einer Allee an einer Straße in Vorpommern stammt aus dem Jahr 1694. Sie verläuft östlich von Putbus, wird von Krimlinden gesäumt und ist heute Teil der Deutschen Alleenstraße. Zu den schönsten Alleen wird die Mustitzer Rotbuchenallee gezählt, die sich nördlich von Zirkow befindet, und schon 1937 zum Naturdenkmal erklärt worden ist.

Der ADAC, der Deutsche Tourismusverband und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald gründeten 1992 in Sellin auf Rügen die „Deutsche Alleenstraße", die von Sellin bis zum Bodensee führt. Mit 2.900 Kilometern ist sie die längste Ferienstraße Deutschlands. Sie führt durch reizvolle Landstriche, und an ihr liegen zahlreiche Sehenswürdigkeiten.

Rügens Alleenstrassen - MoritzdorfEichenallee bei Moritzdorf auf Rügen (Foto: TZR)

Wo gibt es detaillierte Informationen?

Halbinsel Jasmund: Kreideküste

Die Kreideküste - das Wahrzeichen der Insel Rügen

Wer an Rügen denkt, denkt zuerst an die imposante Kreideküste der Insel. Zwischen Lohme und Sassnitz führt ein ca. 15 Kilometer langer Hochuferweg zu den markanten Punkten des Küstenabschnittes. Von Lohme aus kommend gelangt man nach etwa vier Kilometern zum Königsstuhl. Der Nationalpark Jasmund beginnt direkt am Ort Lohme und reicht bis kurz vor Sassnitz.

Die unmittelbare Umgebung des Königsstuhls im Nationalpark wird Stubbenkammer genannt. Die Große Stubbenkammer umfasst den 118 Meter hohen Königsstuhl mit den nördlich davon liegenden Kreidefelsformationen und der dazwischen liegenden Schlucht. Der Königsstuhl gehört heute zu der kostenpflichtigen Ausstellung des Nationalpark-Zentrums.

Königsstuhl auf RügenSicht auf den Königsstuhl (Foto: TZR)

Südlich vom Königsstuhl liegt die Kleine Stubbenkammer mit dem Aussichtspunkt Victoria-Sicht. Der Name erhielt die Kreidewand anlässlich eines Besuches des Königs von Preußen mit seiner Schwiegertochter Kronprinzessin Victoria im Jahre 1865. Von hier aus gibt es einen wunderbaren Ausblick auf den Königsstuhl, der etwas nördlicher liegt.

Geht man noch weiter nach Süden, erreicht man das Kollicker Ufer und danach das Hohe Ufer. Der Hochuferweg in Richtung Sassnitz führt an der Moritz-Arndt-Sicht vorbei zu den Wissower Klinken.

Die Wissower Klinken waren bis zum 24. Februar 2005 die Hauptattraktion der Kreideküste und gehörten zu den am meisten fotografierten Motiven. Die beiden 20 Meter hohen Hauptzinnen stürzten jedoch an dem genannten Tag ins Meer. Ein Jahr zuvor waren bereits Risse entdeckt worden. Ein Riss hatte sich verbreitert und bewirkte, dass 1000 Kubikmeter Kreide ins Meer stürzten. Eine Woche später erfolgte der große Abbruch, der die Küstenformation ganz erheblich veränderte. 50000 Kubikmeter Kreide rutschten in die Ostsee ab. Neben der Meeresbrandung wurde für die Absprengung der berühmten Zinnen der Druck von eiszeitlichen Ablagerungen aus dem Landesinneren verantwortlich gemacht. Gefrorenes Niederschlagswasser sprengte dann nach Einsetzen von Tauwetter die Felsmassen endgültig ab.

Ernst-Moritz-Arndt-Sicht - Kreideküste auf RügenErnst-Moritz-Arndt-Sicht (Foto: TZR)

Die Wissower Klinken sind nicht, wie so oft angenommen, die Vorlage für das Gemälde von Caspar David Friedrich „Kreidefelsen auf Rügen". Das ursprüngliche Motiv für das Bild liegt in etwa nordwestlich vom Königsstuhl. Die Stelle ist heute jedoch kaum wieder zu finden, da der Küstenabschnitt einem ständigen Wandel unterliegt, wie uns das am Beispiel der Wissower Klinken verdeutlicht wurde.

Halbinsel Jasmund: Tierpark Sassnitz

Tierpark Sassnitz

Der Tierpark liegt direkt am Nationalpark Jasmund. Auf 2,5 Hektar Fläche leben 360 Tiere in 60 Arten. Weiterhin findet Besucher*innen einen Lehrpfad, der über heimische Pflanzen und Tiere informiert, und einen Kräutergarten. Von April bis Oktober gibt es Nachtgreifvorführungen und Wolfsfütterungen.

Der Park wird seit 2019 umfassend saniert und ist deshalb vorübergehend geschlossen. Die Arbeiten sollen 2021 fertiggestellt sein.

Infos für BesucherInnen:

  • Wo: Tierpark Sassnitz Steinbachweg 4, 18546 Sassnitz
  • Wann: täglich 10.00 - 18.00 Uhr (April bis September), täglich 10.00 - 16.00 Uhr (Oktober bis März)
  • Wer: Kontakt unter Fon (0151) 58381474 oder Email tierpark(at)sassnitz.de sowie im Internet auf der Homepage www.tierpark-sassnitz.de

Halbinsel Jasmund: Buchenwald

UNESCO-Welterbe Buchenwald im Nationalpark

Teile des Buchenwalds im Nationalpark Jasmund gehören seit 2011 zum Unesco-Welterbe. Der Buchenwald im Nationalpark, von dem 493 Hektar zum Weltnaturerbe gehören, ist mit 2100 Hektar der größte zusammenhängende Buchenwald an der Ostseeküste. Er wurde wegen seiner unzugänglichen Lage an den Steilhängen nie forstlich genutzt. Der Buchenwald hat über Jahrhunderte seinen natürlichen Charakter bewahrt und bietet heute den idealen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Im Welterbe-Wald sind Wanderfalke, Seeadler, aber auch seltene Wildpflanzen wie der Frauenschuh und der Riesenschachtelhalm zu Hause.

Welterbe-Buchenwald im Nationalpark JasmundKnapp 500 ha umfassen die Welterbe-Buchenwälder, gut geschützt, im Herzen des Nationalparks Jasmund. (Foto: Lehmann / Nationalpark-Zentrum Königsstuhl)

Tipp: 2021 feiert das UNESCO-Welterbe Buchenwald im Nationalpark den 10. Geburtstag. Naturbegeisterte Gäste können sich auf diverse Jubiläumsveranstaltungen - insbesondere im Welterbemonat Juni - freuen. Für den UNESCO-Welterbetag, dem 6. Juni, sowie am Tag der Nominierung, nur wenige Wochen später, ist ein buntes Familienangebot mit einer Welterbepirsch, tollen Wanderungen und Fotosafaris durch das Welterbe in Planung. Veranstaltungsort dafür ist das UNESCO-Welterbeforum in der Waldhalle.

UNESCO-WelterbeforumRund um das UNESCO-Welterbeforum wird zu Ostern, am Herrentag und am 6. Juni Welterbegeburtstag gefeiert.(Foto: Lehmann / Nationalpark-Zentrum Königsstuhl)

Die von der Unesco geführte Liste des Welterbes umfasst insgesamt 911 Denkmäler in 151 Ländern. Über die Aufnahme von Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste entscheidet in jährlichen Sitzungen das Welterbekomitee, dem 21 Mitglieder aus 21 Staaten angehören.

Auch der WWF Deutschland setzt sich vielen Jahren für den Erhalt der Buchenwälder auf Rügen ein. Schon das 2004 eröffnete Nationalpark-Zentrum Königsstuhl hat der WWF initiiert und eingerichtet. Auch an dem UNESCO-Welterbeforum, das im Nationalpark Jasmund auf Rügen entstanden ist, hat sich die Naturschutzorganisation neben dem Land Mecklenburg-Vorpommern und der Stadt Sassnitz finanziell beteiligt. Das Welterbeforum im Michael-Otto-Haus wurde im Sommer 2017 eröffnet. Ziel des Welterbeforums ist es, der UNESCO-Welterbestätte „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands" einen Ort des Dialogs und der Begegnung zu geben. Naturintessierte können sich in dem neuen Welterbeforum über die Besonderheiten der alten Buchenwälder informieren.

Infos für Besucher*innen:

  • Wo: Wanderstützpunkt und Infostelle, UNESCO-Welterbeforum, Waldhalle 1, 18546 Sassnitz
  • Wann: 10.00 - 17.00 Uhr (Ostern bis 31. Oktober), 11.00 - 16.00 Uhr (1. November bis Ostern)
  • Wer: Kontakt unter Fon (38392) 649760 und Email welterbeforum(at)koenigsstuhl.com sowie weitere Informationen auf der Homepage welterbeforum.koenigsstuhl.com

Granitz: Naturerbe Zentrum Rügen

Naturerbe Zentrum Rügen mit Baumwipfelpfad und Erlebnisstellung

Im Wald von Prora ist im Juni 2013 das "Naturerbe-Zentrum Rügen" eröffnet worden, das von der Erlebnis Akademie mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gebaut wurde. Ziel des Projektes ist, die DBU-Naturerbefläche Prora im Sinne des Natur- und Artenschutzes zu sichern und zu entwickeln.

Zum naturnahen Erlebniszentrum gehört ein 1250 Meter langer Baumwipfelpfad. Den Einstieg zum Baumwipfelpfad bildet eine Holzkonstruktion, die Besucher:innen auf eine Höhe von zehn Metern führt. Barrierefrei mit einer Steigung von bis zu sechs Prozent und bei einer Höhe von bis zu 17 Meter windet sich der Baumwipfelpfad hinauf bis zu einem Aussichtsturm in Form eines Vogelnestes – dem sogenannten Adlerhorst, in dessen Mitte eine mächtige Buche steht.

Vom 80 Meter hohen Adlerhorst haben die Besucher:innen einen Ausblick über große Teile Rügens - von den Feuersteinfeldern in Mukran bis zu den Welterbe-Buchenwäldern im Nationalpark Jasmund. Im Turm und auf dem Pfad informieren an verschiedenen Stationen Exponate über die natürliche Dynamik des Waldes und die biologische Vielfalt.

Der Baumwipfelpfad endet am ehemaligen Forsthaus Prora, wo ein Informationszentrum eine Ausstellung, Seminarräume und einen gastronomischen Bereich beherbergt. Das Gebäude ist umweltverträglich aus größtenteils heimischen Hölzern errichtet und wird mit modernen, ökologisch sinnvollen Energiekonzepten betrieben.

Die spannende Erlebnisausstellung zeigt die Besonderheiten der Region. Die Besucher:innen können unter anderem in einem Feuersteinraum selbst Funken schlagen, ihre eigene, virtuelle Wildnis bauen und heimische Tierarten in ihren Wohnstuben besuchen. Wechselausstellungen zu unterschiedlichen Themen und eine Klimawerkstatt ergänzen die Dauerausstellung.

Wer sich intensiver über die Abläufe im Wald oder Umweltproblematiken informieren möchte, kann an Führungen teilnehmen.

Naturerbe Zentrum Rügen in ProraDer sogenannte Adlerhorst (Foto: Naturerbe Zentrum Rügen)

Infos für Besucher:innen:

  • Wo: Naturerbe Zentrum Rügen, Forsthaus Prora 1, 18609 Ostseebad Binz / OT Prora
  • Wann: Täglich 9.30 – 19.30 Uhr (Mai – September) :: Täglich 9.30 – 18.00 Uhr (April und Oktober) :: Täglich 9.30 – 17.00 Uhr (November – März)
  • Wieviel: Erwachsene 12,50 Euro, ermäßigt 10,50 Euro, Kinder 6 - 14 Jahre 9,50 Euro
  • Wer: Kontakt unter Fon (038393) 662200 und Email info(at)nezr.de sowie mehr Infos auf der Homepage www.baumwipfelpfade.de/nezr

Süd-Rügen: Geführte Robbentouren

Geführte Robbentouren mit den Urlaubsrangern

In der Hauptsaison werden geführte Robben-Touren mit den Urlaubsrangern in den Greifswalder Bodden angeboten. Auf den Expeditionen erfahren die Gäste von dem Biologen Florian Hoffmann Faszinierendes aus der Welt der Robben. Die eingesetzten Schiffe der Weißen Flotte bieten bis zu 200 Passagieren Platz und sind mit Multimediatechnik ausgerüstet. Auch größere Gruppen können so problemlos teilnehmen. Ferngläser können an Bord ausgeliehen werden.

Die Ausflugsfahrten zu den Robben mit der Weißen Flotte unterliegen bestimmten Bedingungen. Nach den Auswertungen von drei Testfahrten im Dezember 2009 haben sich die Weiße Flotte, das Bundesamt für Naturschutz, das Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen und die Tourismus-Agentur Discover Rügen auf das Angebot von Robben-Touren für Urlauber verständigt. Ein spezieller Verhaltenskodex, der von den Naturschutz-Behörden erarbeitet wurde, ist einzuhalten. Damit soll gewährleistet werden, dass die Tiere nicht gestört werden und die Wiederansiedlung der Kegelrobben durch diese touristischen Fahrten nicht gefährdet wird. Der Biologe Florian Hoffmann wird auf den Ausflügen die Anzahl und das Verhalten der Kegelrobben beobachten. Diese Daten werden den zuständigen Behörden zur Verfügung gestellt.

Fahrplan und weitere Informationen erhalten Sie unter www.urlaubsranger.de.

Halbinsel Jasmund: Nationalpark-Zentrum Königsstuhl

Der Tipp: Kurzführungen im Nationalpark-Zentrum Königsstuhl

Zu einem Besuch auf Rügen gehört auch ein Besuch des Nationalpark-Zentrums Königsstuhl. Die wechselnden Sonderausstellungen, Führungen und Veranstaltungen sollten Sie im Rahmen Ihres Ausfluges an den berühmten Kreidefelsen und zum UNESCO-Weltnaturerbe Alte Buchenwälder nicht verpassen.

Täglich immer um 11.00, 13.00 und 15.00 Uhr haben Besucherinnen und Besucher des Nationalpark-Zentrums Königsstuhl die Möglichkeit an einer spannenden Kurzführung (Dauer ca. 20 Minuten) teilzunehmen. Von einem Scout erfahren Sie Wissenswertes zum Nationalpark, zum UNESCO-Welterbe Alte Buchenwälder und zur fossilienreichen Kreideküste.

Infos für BesucherInnen:

  • Wo: Nationalpark-Zentrum Königsstuhl, Stubbenkammer 2, 18546 Sassnitz
  • Wann: Ostern - 31. Oktober, 9.00 - 19.00 Uhr :: 1. November - Ostern, 10.00 - 17.00 Uhr
  • Wieviel: Alle Veranstaltungen sind im Ticketpreis enthalten. Erwachsene - 9,50 Euro :: Familie - 20,00 Euro (2 Erwachsene + Kinder) :: Kinder (6 - 14 Jahre) - 4,50 Euro :: Kinder bis 5 Jahre - freier Eintritt
  • Wer: Informationen bekommen Sie auch unter Fon (038392) 66170 und Email service(at)koenigsstuhl.com sowie im Internet unter www.koenigsstuhl.com

Region Bergen: Rugard

Rugard - Ausflug in die Natur auf dem Naturlehrpfad

Die höchste Erhebung des Inselkerns von Rügen ist mit 91 Meter der Rugard. Sie finden ihn am nordöstlichen Stadtrand von Bergen. Entstanden ist der Rugard in der letzten Eiszeit.

Man nimmt an, dass sich vom 9. Jahrhundert bis ca. 1320 hier eine slawische Burg befand. Rugard stammt aus dem slawischen und heißt übersetzt Rugenburg. Den auf der Burg residierenden Ranenfürsten gehörten Rügen und das angrenzende Festland. Die Burganlage bestand aus einer Vorburg und einer Hauptburg und war 2,3 Hektar groß.

Die Burgwälle sind bis heute zum Teil erhalten. Im Mittelalter stand hier eine Mühle. Die Anlage wurde zu der Zeit landwirtschaftlich genutzt. Im 19. Jahrhundert wurde das Burgareal aufgeforstet. Im Laufe der Jahre entstand hier ein ausgedehntes Waldgebiet. Heute führt ein 2,5 Kilometer langer Naturlehrpfad durch den Wald. Anhand von Schautafeln kann sich der Besucher über die heimische Tier- und Pflanzenwelt informieren.

Nord-West-Rügen: Insel Ummanz

Ausflug in die Natur der Insel Ummanz

Über ein 250 Meter lange Brücke erreicht man von Rügen aus die 20 Quadratkilometer große Insel Ummanz. Sie ist in den Nationalpark eingegliedert, die Besucher:innen finden hier eine wunderschöne Natur mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Sie ist flach – kaum 3 Meter über dem Meeresspiegel – und damit gut überschaubar. Ummanz lädt ein zum Radfahren und Wandern. Immer wieder trifft man auf Haflinger-Pferde, deren Zucht hier auf Ummanz zur Tradition geworden ist.

Im Nationalpark arbeitet die Natur - Nehrungen, Buchten, Strandseen, Steilküsten und weitere natürliche Landschaftsformen entstehen ohne Einwirkung des Menschen. Die unberührte Natur gibt vielen seltenen Tierarten, wie Fischotter, Seeadler, Kraniche usw., den Lebensraum.

In der Informationseinrichtung Waase, die in der Alten Küsterei gleich hinter der Brücke, von Rügen kommend, untergebracht ist, wird über den Nationalpark berichtet. Die Ausstellung informiert über Entstehung, Entwicklung und Besonderheiten von Westrügen und Ummanz. Texte, Bilder und Präparate geben Aufschluss über Tiere und Natur in Westrügen.

Infos für Besucher:innen:

  • Wo: Ausstellung Insel-Schatz Ummanz, Alte Küsterei, 18569 Waase
  • Wann: täglich 10.00 – 16.00 Uhr (Mai), täglich 10.00 – 17.00 Uhr (Juni – August), täglich 10.00 – 16.00 Uhr (September und Oktober)
  • Wer: Kontakt unter Fon (038309) 1383 sowie mehr Informationen auf der Homepage www.nationalpark-vorpommersche-boddenlandschaft.de

Exkurs: Kranichzeit auf der Insel Ummanz

Wer im Herbst auf der Insel Rügen unterwegs ist, sollte einen Ausflug zur Insel Ummanz unternehmen, um das unvergleichliche Schauspiel des Kranichzuges zu beobachten. Jeden Herbst finden sich 60000 Kraniche an der Ostseeküste ein, und die Nationalparkregion Vorpommersche Boddenlandschaft ist Europas zentrale Drehscheibe für den Kranichzug. Viele der rastenden Vögel bleiben zum Teil bis in den November hinein, um auf den abgeernteten Feldern Futter zu suchen, bevor sie sich auf Weiterflug in die Winterquartiere machen. Viele der Vögel sind dann auch auf der Insel Ummanz zu finden, die mit ihren seichten Boddenbuchten, den überschwemmten Wiesen und futterreichen Feldern ein geeignetes Rastrevier darstellt. Im sandigen Spülsaum von Ummanz finden sie gute Schlafplätze.

Kraniche auf RügenKraniche auf dem Rastplatz (Foto: Rico Nestmann)

Die 20 Quadratkilometer große Insel Ummanz erreichen Sie von Rügen aus über eine 250 Meter lange Brücke, die seit 1901 die beiden Inseln verbindet. Ummanz mit seinen sieben Ortschaften ist das ganze Gegenteil von Rügen. Ursprüngliche eine Bauern- und Fischerinsel, bietet Ummanz heute Ruhe und Inselromantik im Überfluss. Ummanz bedeutet einsame Buchten, verlassene Wege, kleine Weiler mit rohrgedeckten Häusern und glutrote Sonnenuntergänge – also der ideale Ort für jeden Naturliebhaber.

An der Udarser Wiek in der Nähe des Ortes Tankow steht eine massiv gezimmerte Aussichtsplattform, von der sich die Kraniche hervorragend beobachten lassen, ohne sie zu stören. Das Nationalparkamt Vorpommersche Boddenlandschaft empfiehlt den Besuchern, den Beobachtungsort abends vor dem Einflug der Kraniche aufzusuchen und erst dann wieder zu verlassen, wenn alle Vögel an ihren Schlafplätzen eingetroffen sind. Ausreichend Zeit ist also mitzubringen. In Waase, der Inselhauptstadt von Ummanz, können sich Besucher in einer Informationseinrichtung über die aktuelle Rastsituation der Kraniche informieren. Weitere Kontaktmöglichkeiten und die Öffnungszeiten finden Sie oben in dem Beitrag „Ausflug in die Natur der Insel Ummanz".

(Quelle: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern)

Buchtipps für Rügen:

 

Kurze Wanderung - Pfad der Muße und Erkenntnis